• Logo

Stadtwerke Meerane beteiligen sich an Thüga-Kauf

(vom 19.08.2009)
E.ON und das kommunale Bieterkonsortium KOM9/Integra einigen sich über die wirtschaftlichen Grundzüge des Thüga-Verkaufs. Die Stadtwerke Meerane sind von Beginn an am Prozess beteiligt.

Stadtwerke Meerane beteiligen sich an Thüga-Kauf

E.ON und das kommunale Bieterkonsortium KOM9/Integra einigen sich über die wirtschaftlichen Grundzüge des Thüga-Verkaufs. Die Stadtwerke Meerane sind von Beginn an am Prozess beteiligt. 

E.ON und das kommunale Bieterkonsortium KOM9/Integra haben sich über die wirtschaftlichen Grundzüge eines Verkaufs der Thüga geeinigt. Der vereinbarte Barkaufpreis für die Thüga beläuft sich auf insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro.Vorbehaltlich der Zustimmung aller erforderlichen Gremien auf beiden Seiten soll der finale Kaufvertrag in den kommenden Wochen unterzeichnet werden. Die Transaktion bedarf noch der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Mit einem Vollzug der Transaktion wird noch in diesem Jahr gerechnet.

Die Stadtwerke Meerane sind Mitglied des KOM9-Konsortiums und werden damit voraussichtlich bald Gesellschafter der Thüga sein. Dem KOM9-Verbund gehören bundesweit 45 Stadtwerke und regionale Versorger aus ganz Deutschland an. Gemeinsam werden die Mitglieder des KOM9-Konsortiums ca. 37,75 Prozent der Anteile an der neuen Thüga halten. Die Stadtwerke Meerane werden dazu voraussichtlich 3 Millionen Euro beitragen. Jeweils ca. 20,75 Prozent sollen die drei Integra-Konsorten N-ERGIE AG (Nürnberg), Stadtwerke Hannover AG (Hannover) und Mainova AG (Frankfurt) übernehmen. Zwischen dem Integra- und KOM9-Konsortium wurde eine Aktionärsvereinbarung geschlossen. Mit der "Rekommunalisierung" der Thüga werden sich die Kräfteverhältnisse auf dem deutschen Energiemarkt verschieben. Als Gruppe kommunaler Versorger wird die neue Thüga nach Vollzug der Transaktion eine entscheidende Größe unter den Energie- und Wasserversorgern in Deutschland sein.

Die Thüga AG ist eine 100 % Tochtergesellschaft der E.ON-Ruhrgas und mit mehr als 90 Minderheitsbeteiligungen das größte Netzwerk kommunaler Energieversorger in Deutschland. Mehrheitseigentümer sind zumeist die jeweiligen Städte und Gemeinden. Inklusive aller Minderheitsbeteiligungen (Thüga-Anteil über 20%) erzielte die Thüga-Gruppe in 2008 mit insgesamt rund 19.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 16,4 Milliarden Euro. Als Dienstleistungsplattform bietet die Thüga den beteiligten Unternehmen Unterstützung in den Bereichen Energieeinkauf, Vertrieb, Entwicklung neuer Produkte und technischer Projekte, zum Beispiel im Bereich erneuerbare Energien. Ziel dabei ist es, Synergien optimal zu nutzen und die Eigenständigkeit der beteiligten Unternehmen zu stärken.

Prof. Dr. Lothar Ungerer, Bürgermeister der Stadt Meerane begrüßt die Beteiligung an der Thüga. Im Rahmen der Vorstellung des Modells im Stadtrat erklärte er: "Durch den Übergang der Thüga in die Hand der Stadtwerke werden kommunale Strukturen der Energieversorgung gestärkt. Damit wird sichergestellt, dass Arbeitsplätze, Investitionen und Engagement hier in der Region bleiben." Uwe Nötzold, Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht in der Rekommunalisierung eine bedeutende Chance für die strategische Ausrichtung der Stadtwerke Meerane. Ziel sei in erster Linie, die Selbstständigkeit des Unternehmens zu sichern, so dass weiterhin Entscheidungen vor Ort getroffen werden und vor allem Arbeitsplätze in der Region bleiben. "Über die Thüga wird die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Energieversorgungsunternehmen gegenüber den Großkonzernen gesteigert", begründete Nötzold eine der größten Investitionen in der Geschichte der Stadtwerke Meerane. Derartige Zusammenschlüsse sind unverzichtbar, um auf den von Veränderungen gezeichneten Energiemärkten wettbewerbsfähig zu sein. "Durch die Bündelung von Know-how und Ressourcen können größere Projekte - zum Beispiel im Bereich der regenerativen Energien - umgesetzt und technische Entwicklungen vorangetrieben werden." so Nötzold. Im gemeinsamen Verbund können die Stadtwerke ihre Interessen stärker vertreten. Der Stadtwerke-Geschäftsführer erläutert weiter: "Die Investitionssumme ist solide kalkuliert und langfristig auf Wirtschaftlichkeit geprüft. Denn die erwirtschafteten Gewinne der neuen Thüga fließen in Form von Ausschüttungen wieder an die Anteilseigner zurück."

Diese Ausrichtung wird die Thüga auch nach dem Wechsel in die Hand der Stadtwerke und regionalen Versorger beibehalten und weiter ausbauen. Jedes Unternehmen des KOM9-Verbundes ist in seinem Umfeld ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. So erwirtschaften die Stadtwerke Meerane jährlich eine regionale Wertschöpfung von über 4 Millionen Euro in Form von Steuern, Abgaben, Investitionen und Löhnen mit nur 22 Mitarbeitern. Investitionen und Aufträge sichern zudem Arbeitsplätze in der Region.

Durch den Kauf der Thüga-Anteile sollen diese regionalen Wertschöpfungsketten gefestigt und erweitert werden. Gleichzeitig können über die Stadtwerke-Holding Thüga die Anliegen der kommunalen Energieversorgungsunternehmen auch bundesweit und auf Augenhöhe mit den Großkonzernen vertreten werden. Das gibt den kommunalen Versorgungsunternehmen die Chance, zukünftig eine Führungsrolle zu übernehmen. Ein bedeutender Schritt für die Zukunft der kommunalen Energiewirtschaft. Die Stadtwerke Meerane sind mit dabei.