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Neue Strompreise ab 1. Februar 2011

(vom 16.12.2010)

Strom zwar günstiger eingekauft, aber Erhöhung der EEG-Umlage zum 1. Januar 2011 lässt die Preise leicht steigen

Neue Strompreise ab 1. Februar 2011

Strom zwar günstiger eingekauft, aber Erhöhung der EEG-Umlage zum 1. Januar 2011 lässt die Preise leicht steigen 

Zum 1. Februar 2011 ändern die Stadtwerke Meerane die Preise für Strom. „Die dritte drastische Erhöhung der EEG-Umlage seit Anfang 2010 zwingt uns zu einer moderaten Preiserhöhung. Wenn wir von der staatlichen EEG-Umlage unabhängig wären, könnten wir die Preise 2011 sogar senken", sagt Uwe Nötzold, Geschäftsführer der Stadtwerke Meerane.

Nachdem im Jahr 2010 die staatliche Umlagegebühr für den Ausbau von Erneuerbaren Energien (EEG) um 0,82 Cent (brutto) je Kilowattstunde Strom gestiegen ist, erhöht sie sich zum 1. Januar 2011 erneut um 1,77 Cent/kWh von 2,43 auf 4,20 Cent/kWh (brutto). Ursache dafür ist der rasante Ausbau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Die EEG-Umlage gehört zu den staatlich festgesetzten Komponenten des Strompreises, die Energielieferanten nicht beeinflussen können.

Mit dem Versprechen der Preisgarantie hatten die Stadtwerke Meerane im Jahr 2010 die EEG-Umlage-Erhöhung um 0,82 Cent/kWh (brutto) ihren Kunden nicht weiterberechnet.

Beim Stromeinkauf für 2011 ist es den Stadtwerken Meerane gelungen, erneut Preisvorteile für die Kunden zu sichern. Damit kann die Erhöhung der EEG-Umlagegebühr von 1,77 Cent/kWh je nach Tarif, den die Kunden haben, um 0,61 bis 0,76 Cent/kWh (brutto) reduziert werden. Das ist immerhin rund ein Drittel der staatlichen Gebührenerhöhung, die so kompensiert werden kann.

„Diesen Einkaufsvorteil lassen wir direkt in die neue Kalkulation der Strompreise 2011 einfließen. Damit teilen wir die Mehrkosten auf faire Weise zwischen Kunden und uns auf", betont Uwe Nötzold.

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2000 Kilowattstunden bedeuten die neuen Preise je nach Tarif eine monatliche Mehrbelastung zwischen 1,50 Euro und 3,28 Euro (brutto). Auf die neuen Preise gewähren die Stadtwerke Meerane eine neue Preisgarantie bis 31.12.2011. Alle Kunden wurden über die neuen Preise bereits per Brief rechtzeitig informiert.

„Diese Mehrkosten", da ist sich Geschäftsführer Uwe Nötzold sicher, „werden unsere Kunden ganz unterschiedlich bewerten: Die einen werden sauer sein, weil Strom teurer wird; die anderen werden es akzeptieren, weil sie damit ihren persönlichen Betrag zur Energiewende leisten."

Die Energiewende in den nächsten Jahren wird es nach Ansicht der Stadtwerke Meerane nicht zum Nulltarif geben, dafür sind die erforderlichen Investitionsleistungen einfach zu hoch. Die Tage des preiswert erzeugten Stroms aus Kernkraft- und Kohlekraftwerken sind mit dem neuen Energiekonzept der Bundesregierung endgültig gezählt. „So viel Ehrlichkeit wollen wir gegenüber unseren Kunden walten lassen, wenn es schon die Politik nicht tut", sagt Uwe Nötzold.

Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass der Staat auf die EEG-Umlage auch noch die gesetzliche Mehrwertsteuer erhebt, was zusätzlich Mehreinnahmen für den Fiskus bringt. Der Staat profitiert also von der EEG-Umlagenerhöhung doppelt.

Hintergrund

Das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (kurz: Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) soll im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ermöglichen. Das deutsche EEG gilt international als Erfolgsmodell der Einspeisevergütung und wurde bereits von 47 Staaten als Vorbild für ihre eigenen Förderinstrumente herangezogen. Um die Abhängigkeiten von fossilen Energieressourcen zu vermindern und die Weiterentwicklung von Technologien zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu fördern, dienen vor allem zwei Instrumente:

1. der Anschluss- und Abnahmezwang, der Netzbetreiber dazu verpflichtet, alternative Gewinnungsanlagen ans Netz anzuschließen und deren Strom garantiert abzunehmen. Die Einspeisevergütung dafür ist festgelegt und liegt über den marktüblichen Strompreisen.

2. die EEG-Umlage, die als finanzielle Ausgleichsregelung zwischen Übertragungsnetzbetreibern und Stromversorgern dient. Dieser Betrag wird in jeder Stromrechnung separat ausgewiesen.

Aus den genannten Regelungen entstehen zwangsläufig Mehrkosten für Strom, die an den Verbraucher weitergeben werden dürfen. Kurzum: Die Investitionen in die Energiewende bezahlt vor allem der Verbraucher.

Warum wird die EEG-Umlage 2011 steigen?

Aufgrund des rasanten Ausbaus von Windkraft- und Photovoltaikanlagen 2009/2010 und der damit drastisch steigenden Energiemenge, die aus den Anlagen eingespeist wird, steigt das Defizit bei der Vermarktung der EEG-Strommengen. Zusätzlich verstärkt wurde die Entwicklung durch fallende Preise an den Strombörsen seit 2008, da durch die gebremste Konjunktur im Zuge der Wirtschaftskrise weniger Strom in der Industrie gebraucht wurde. Die Folge ist: Das Konto, welches die erneuerbaren Energien bundesweit finanziert, wies Ende August 2010 ein Defizit von ca. 800 Mio. Euro aus. Dieses Loch kann mit der derzeitigen EEG-Umlage nicht mehr gestopft werden.

Kontakt

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Stadtwerke Meerane GmbH

Diana Grimm
Obere Bahnstraße 10, 08393 Meerane
Telefon: (03764) 7917-52
diana.grimm@sw-meerane.de
www.sw-meerane.de